EVA

Innerlich wusste ich immer schon, dass ich singen will, ich wollte etwas kreieren, kommunizieren, verbinden.. aber ich wusste auch, dass dies viel Verantwortung und Kompromiss erforderte. Wenn man einmal erkannt hat, wozu man wirklich fähig ist, ist es schwierig, dies weiter zu ignorieren. Es ist unmöglich. An einem dieser Tage, wo sich einfach neue Richtungen ergeben (Lust hat neue Dinge auszuprobieren), machte ich den ersten Schritt: ich begann, meine Zeit der Musik zu widmen und sie anschließend auch zu veröffentlichen. Daraufhin eröffnete sich mir ein Weg, in dem es viele verschiedene Hindernisse zu überwinden galt, ich lernte authentisch zu sein und dabei gleichzeitig all diese Gefühle und Emotionen zu geben und zu empfinden, die in diesem Fall nur die gleich Musik erzeugen kann. Zumindest habe ich es so erlebt. Das kann ein Lebensweg sein. Stell dir mal vor, wie aufregend das ist.<br /> Ich hoffe sehr, dass ich mich in Zukunft der Musik auch genauso intensiv widmen kann. Ich hoffe, dass unsere Musik an all diejenigen gelangt, die uns wertschätzen und die sich auch wünschen, uns auch einmal „live“ sehen wollen.<br /> Ich hoffe, dass unsere Zukunft spannend bleibt, sich mit der Zeit immer und immer wieder neue Ziele und damit Erfahrungen auftun. Und hoffentlich .. eines Tages auch wirklich gut davon leben zu können.

LUKAS

Bereits als ich jung war, haben Instrumente und Musik mich fasziniert. Ich liebte es, der Musik intensiv zuzuhören, Klänge, Nuancen zu identifizieren. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass meine Eltern mir damals schon die Möglichkeit gaben, ein Instrument zu erlernen. Ich wollte so viele lernen, dass ich mich anfangs gar nicht entscheiden konnte. Ich fing mit Klavier an, da wir eines zu Hause hatten. Später hatte ich Zeit, mich für ein anderes zu entscheiden. Seitdem fing ich an, Melodien zu komponieren, obwohl ich von Musik noch nicht wirklich viel Ahnung besaß. Ich erinnere mich, dass ich den Traum hatte, meine eigene Musik zu komponieren, sodass viele Leute die Möglichkeit haben, sie hören, fühlen und genießen zu können.</p> <p>Ich kam auf das Konservatorium, wo mir eine Basis beigebracht, ich aber nicht ermutigt wurde, meine eigene Kreativität zu entwickeln.</p> <p>ALs ich auf der Universität war, lernte und entwickelte ich mich weiter und verließ das Konservatorium aufgrund seiner starren Struktur und weil es mich zu viel Zeit kostete.</p> <p>Ich begann, mehrere Musikstile zu hören und lernte andere Instrumente wie E-Gitarre, Bass, Synthesizer … und die Liste wurde immer länger. Dieser Prozess des Lernen war für mich immer etwas Aufregendes. Etwas, das mich begeisterte, auch wenn ich hin und wieder mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Aber da war noch viel mehr, was ich wollte.. ich hatte die Idee, eine Gruppe von Musikern zu bilden. Leute, die meine Leidenschaft teilten, Musik zu produzieren die etwas vermittelt, die man spüren kann. Ich hatte das große Glück, Eva kennen zu lernen, die meinen Traum teilte und wir arbeiteten gemeinsam an diesem Traum. „Unsuspected“ – unser eigener Name. Im Prinzip genügte es uns, Musik im Internet zu veröffentlichen und die Zeit verging und wir bekamen immer mehr Zuhörer. Unsuspected ist ein wichtiger Teil unseres Lebens geworden. Unser Ziel, unser Fokus: so professionell und gut wie möglich zu werden

JASON

Ich wusste nicht wirklich was ich nach meiner Schulzeit studieren sollte. Also habe ich im erste Studienjahr verschiedene Dinge ausprobiert und hab gemerkt, dass es mich in die Richtung der Mathematik zieht. Fünf Jahre lang studierte ich an Universität von Alberta in Edmonton. Mein Lieblingsteil im Studium und generell an der Mathematik ist die „diskrete Mathematik“, aus dem Grund weil es nicht wirklich viel vorheriges Wissen benötigt. Dabei geht es nämlich mehr um Kreativität als um irgendwelche Theorien. Für mich, ist Mathematik der Weg wie die Welt funktioniert. Es ist so interessant, dass es diese Muster und Beziehungen auch in dieser „Welt“ gibt, ganz unabhängig von Leuten. Nach dem Studium habe ich für vier Jahre lang auf der Highschool als Mathematik und Physik Lehrer gearbeitet.</p> <p>Nach vier Jahren unterrichten, fühlte ich das dies nicht wirklich meins ist. Ich fühlte, dass ich eine Pause brauchte, um nachzudenken, ob ich das wirklich weitermachen möchte. Also hab ich spontan ein Ticket nach Spanien gebucht und arbeite nun für einen Monat in Nerja. Im neuen Jahr möchte ich gerne nach Süd/Mittelamerika. Wohin genau, wie lange, für wie lange, und ja.. was kommt wenn ich zurück in Kanada bin. Ich weiß es nicht.

Konstantin, Ukraine, Revolution, Reisen

KONSTANTIN

Ich bin im Ostteil der Ukraine geboren und habe in Kiew studiert. Als die Revolution kam, war ich nicht weit weg von diesen Grausamkeiten. Ich war der Vorstand unserer Klasse. Eine meiner Aufgaben war es, die Anwesenheit meiner Mitstudenten/Innen zu kontrollieren. Das ist etwas, was wir jeden Tag machen in unseren Universitäten. Und natürlich schwänzen viele die Uni. Das ist normal. Nun ja, aber an diesem Tag, als die Revolution stattfand, baten mich die Lehrer, alle Studenten, die nicht anwesend waren, anzurufen, nur um sicher zu gehen, dass niemand in der vergangenen Nacht gestorben war.</p> <p>Dann rollten Panzer durch meine Heimatstadt Mariupol. Sie liegt ziemlich nah an der Grenze, aber brannte nicht. Viele Menschen rannten von dem Krieg davon und suchten in meiner Stadt Zuflucht. Ich glaube, das ist der Grund, warum ich entschieden hab, ein Backpacker zu werden.</p> <p>Es kommt mir vor, als wenn es in einem vorherigen Leben passiert ist. Ich spazierte durch die Straßen von Mariupol. Es war Nacht. Aus dem Radio hörte ich Neuigkeiten über den Krieg. Wo er gerade aktuell stattfand, welche Regierungsgebäude in die Luft gesprengt wurden etc. Da waren die Menschen, die die Ukraine unterstützten und die anderen, die für Russland waren. Ich persönlich stand auf der Seite der Ukraine.</p> <p>Ich ging also durch die Straße, als ich plötzlich eine Frau schreien hörte. Sie war komplett betrunken und nicht weit entfernt von ihr sah ich ein paar Männer, ebenfalls angetrunken. Ich redete ein bisschen mit ihr und ich konnte mir ein paar mal das Lachen nicht verkneifen. Sie sah etwas vernachlässigt aus. Abgenutzte Kleidung, stark alkoholisiert. Tja.</p> <p>Später jedoch stellte sich heraus, dass sie ihr Kind verloren hatte. Danil, gerade einmal sechs Jahre alt. Ihr Hause stürzte zusammen und ihr Sohn wurde darin begraben. Ihr Ehemann befindet sich im Krieg und sie ist obdachlos. Was ihr blieb, war der Alkohol. Der einzige Weg, ihren gesamten Kummer für einen kurzen Moment zu vergessen. Und ich erinnere mich, wie sie mich so naiv und vertrauensvoll fragte, wo denn ihr Sohn nun sei. Was denn passiert ist. „Du bist klug,“ sagte sie. „Du musst es doch wissen.“</p> <p>Ich wusste es nicht.</p> <p>Am nächsten Tag packte ich alles, was ich besaß zusammen und brachte es zum Roten Kreuz. Ich wollte sicher stellen, dass es zu den Leuten kam, die es brauchten.</p> <p>Ich selbst behielt einen Rucksack.

WENMIN

Er sagte mir, dass er mich jeden Tag, an dem er mich mehr und mehr kennenlernte, mehr zu mögen begann. Ist das nicht das beste, was dir im Leben passieren kann? Für das geliebt zu werden, was du wirklich bist? Tief in mir befindet sich eine Sphinx. Lange Zeit dachte ich, dass jeder mich einfach gerne klein und süss sehen wollte und dass ich den Mund halte. Und wenn Personen mich so behandelten, hab ich sie von mir weggestoßen. Aber er.</p> <p>Er sagte: Ich weiß, du bist hier. Bitte, komm doch heraus.“</p> <p>Und das, alleine das, hat diese Sphinx in ein Kätzchen verwandelt.

JOHN, Schottland, Travel

JOHN

Jeder Tag, ist neu. Für mich ist es schön, zu wissen, dass ich jeden Tag neue Entscheidungen treffen kann, wie ich mein Leben leben will. Dass ich meinem Gefühl folgen kann. Geboren bin ich in Schottland, habe aber lange Zeit in England gelebt. Nach einer gewissen Zeit stellte ich fest, dass mir dieses Leben nichts mehr gab. Es wurde immer schwieriger für mich, in einer Gesellschaft zu leben, mit der mich keinerlei gemeinsame Interessen mehr verbanden. Ich fühlte mich nicht akzeptiert. Das Reisen war der beste Weg, um diesem ganzen oberflächlichen Small Talk und Schönreden aus dem Weg zu gehen. Ich reise, seit ich sechzehn bin, in ganz Europa. Auf ganz unterschiedliche Art. Das wichtigste für mich blieb immer die Freiheit. Ich lebte auf der Straße, lebte von Dingen, die die Leute achtlos wegwerfen. Und da ist noch so viel Gutes und oft auch Wertvolles dabei. Mit weniger kann man genau so ein erfülltes Leben haben. Ein paar Jahre war ich mit meinem Van unterwegs. Dazwischen kehrte ich auch wieder nach England zurück und habe diesen freien Lebensstil dort gelebt. Aber das große Problem war der Winter. Die Kälte war furchtbar. Und als damals auch noch der Brexit kam, wollte ich das Land einfach nur dauerhaft verlassen. Da war nichts mehr, was mich hielt.</p> <p>Seitdem lebte ich in den Niederlanden, Frankreich und jetzt in Spanien. Wie lange ich noch hierbleibe, weiß ich nicht. Jeder Tag ist ein neuer Tag.

Raphael ist Tango Lehrer in Spanien. Urpsrünglich kommt er aus Holland.

RAPHAEL

Seit 12 Jahren bin ich Tanzlehrer. Ich unterrichte Tango.</p> <p>Für mich hat das Tanzen eine ganz besondere Bedeutung. Es gibt mir die Möglichkeit, mich frei zu fühlen. Die Verbindung zu Menschen ist auf einmal eine ganz andere. Diese Verbindung zu spüren, genauso auch wie diese Verbindung zwischen einem Tanzpaar zu schaffen, ist etwas wunderschönes. Beim Tango entsteht eine ganz neue Energie zwischen den Tanzenden. Oft, wenn ich mit einem Anfänger tanzte, merke ich, wie ich meine eigene Energie herunterschrauben muss. Je besser man wird, umso höher und enormer wird diese Energie auch.</p> <p>Wie bereits gesagt, 12 Jahre ist es her, seit ich Tanzlehrer bin. Angefangen hat alles in Holland, als ich Tango als ein kleines Hobby ansah. Mein Lehrer hat mit der Zeit herausgefunden, dass ich Talent darin habe und so bin ich gefördert worden. Und dann hat’s plötzlich Klick gemacht und ich wusste, ja das ist mein Beruf. Das kann ich mir vorstellen, für den Rest meines Lebens zu machen. Ganz ehrlich.</p> <p>Also habe ich sechs weitere Jahre in Holland verbracht und bin dann für sechs Jahre nach Belgien gegangen, um dort zu unterrichten. Du weißt schon, einfach dieses ganze Showleben zu genießen. Allerdings herrscht in dieser Branche auch ein großer Konkurrenzkampf zwischen den Tanzlehrern und Tanzschulen. Mit der Zeit hab ich mich davon distanziert.</p> <p>Hier in Spanien habe ich andere Erwartungen. Ich will es für mich selbst machen. Es soll etwas schönes und ruhiges sein, diese ganzen Vergleiche interessieren mich nicht mehr. Es soll für mich eine Freiheit bleiben. Ich will anderen Leuten das Tanzen lehren. Ich will sehen, wie ihr Level steigt, wie sich ihre Energie verändert. Ich mag das Unterrichten und das Organisieren. Es ist schön, wenn ehemalige Tanzschüler kommen und sagen, dass sie sich erinnern können, wie ich ihnen zum Beispiel genau diesen Tanzschritt gezeigt habe. Wenn meine Leidenschaft in den Augen anderer Menschen widergespiegelt wird, wenn Tanzschüler über ihre Grenzen hinauswachsen, wenn du siehst, dass du die Leuten um dich herum fröhlicher machst – dann ja. Das ist, was was mich antreibt und das soll mein Berufung sein

MADS

Ich komme aus Dänemark und bin Koch aus Leidenschaft. Ich gehöre nicht zu denjenigen, die alles pingelig nach Rezept nachkochen. Ich merke sie mir, aber wenn ich koche, dann tue ich es aus Gefühl. Mit dieser Leidenschaft bin ich auf der ganzen Welt unterwegs und habe bereits in vielen Ländern in der Küche gearbeitet. Lange Zeit in Australien, aber auch in Neuseeland.</p> <p>Eine interessante Abwechslung passierte in Thailand.</p> <p>In Ban Nong Pong, das ist ein kleines Dorf außerhalb von Udon Thani, habe ich bei einem Volunteer Programm mitgemacht. Ich hab als Englischlehrer in einer Schule gearbeitet und Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahre unterrichtet. Der Gründer der Schule kommt übrigens auch aus Österreich. Er betreibt die Schule seit 25 Jahren, gemeinsam mit seiner thailändischen Frau. Seine beiden Kinder durfte ich auch unterrichten. Interessanter Mensch. Den Job hab ich mir anfangs etwas leichter vorgestellt. Die Klassen hatten 10 bis 15 Schüler, die kein Englisch konnten. Man hat mich einfach in den Raum gestellt und gesagt: teach!</p> <p>Okay, hab ich mir gedacht. Dann versuchen wir das mal und zwar mit ganz einfachen Mitteln. Zuerst zeigte ich ihnen ein paar Bücher mit möglichst vielen Bildern und so wenig wie möglich Text. Wir steigerten das Level dann auf Vokabel lernen und ein bisschen reden. Viel mehr war aber nicht drin. Einen Monat hab ich unterrichtet.</p> <p>Danach bin ich nach Vietnam geflogen, hab dort auch für kurze Zeit unterrichtet und bin danach nach Kambodscha gereist. Schlussendlich bin ich wieder zurück nach Thailand, um für drei Wochen zurück als Lehrer an die Schule zu gehen. Was ich wirklich als schön empfunden habe, war, wie sich die Kinder freuten, als ich wiederkam.</p> <p>Mein Leben besteht mittlerweile nur noch aus Reisen, dazwischen arbeite ich ab und zu in der Küche und im Sommer auf einem Kreuzfahrtschiff in Dänemark.</p> <p>Das ist mein Leben und ich bin glücklich damit.

ÅKE

Ich wohne in Nerja, um meinen Roman zu schreiben. Seit zwei Jahren reise ich auf der Welt herum und arbeite schon länger an meinem Buch. Das Interessante für mich daran ist nicht nur die Arbeit, also der Prozess des Schreibens selbst, sondern auch, dass es gewisse Parallelen gibt zwischen dem, wie der Roman vorangeht und auch dort, wo es stockt und schwierig wird. Bezogen auf die Auf und Ab’s in meinem Leben.</p> <p>Ich lernte viel über mich selbst, was besser funktionierte und was nicht.</p> <p>Zum Beispiel die erste Version meines Romanes machte mir anfangs etwas Sorge. Naja ob ich genug Erfahrungen gemacht hatte, um meine Geschichte glaubwürdig klingen zu lassen, ob die Wahl der Sprache die richtige ist und natürlich auch spezifische Sachen wie Dialoge, dass nicht alles einfach nur gleich klang. Ich wusste, dass die ersten Kapitel nicht ganz optimal waren, aber schlussendlich schaffte ich es, alle Kapitel mehr oder weniger auf einen Level zu bringen. Das besondere: ich war sogar ganz zufrieden.</p> <p>Nach einiger Zeit stellte sich aber heraus, dass ich ein Problem hatte.</p> <p>Die Geschichte fesselte mich nicht. Überhaupt nicht. Möglicherweise lag es daran, dass ich die Handlungen nun mal in und auswendig kannte.</p> <p>Oder vielleicht fehlte auch nur etwas? Dieses „etwas“ herauszufinden, war schwieriger als ich dachte und bereitete mir ziemliches Kopfzerbrechen.</p> <p>Zuerst fing ich an, gewisse Kapitel hinzuzufügen oder wegzunehmen und versuchte, es somit besser klingen zu lassen. Aber es änderte sich nicht wirklich etwas. Also ging ich es wieder und wieder durch.</p> <p>Auf einmal machte alles einen Sinn. Aber natürlich … die Reaktion und Aktion der Charaktere fehlte schlichtweg. Ihre emotionale Entwicklung. Ich erkannte darin vertraute Muster, gewisse Parallelen zu meinem eigenen Leben.</p> <p>Ich bin gut im Analysieren, gut darin, strukturierte Entscheidungen zu treffen. Ich glaube, dass ich das in meinem Leben zu oft benutze und einsetze, weil ich es nun mal gut kann und es mir Sicherheit gibt. Ich erkannte, dass ich ehrlich sein musste mit meinen Gefühlen. Also beschloss ich, große Teile neu zu schreiben, zeigte dem Leser mehr von der emotionalen Entwicklung der Charaktere und es wurde viel … offener.</p> <p>Ich kenne die Charaktere ja gut, ich weiß wie sie fühlen. Aber ich habe es einfach nicht beschrieben. Jetzt, wo ich einiges geändert habe, macht die Geschichte plötzlich viel mehr Sinn. Natürlich war und ist es immer noch viel Arbeit. Aber das ist es mir wert.</p> <p>Ich wohne in Nerja, um meinen Roman zu schreiben. Seit zwei Jahren reise ich auf der Welt herum und arbeite schon länger an meinem Buch. Das Interessante für mich daran ist nicht nur die Arbeit, also der Prozess des Schreibens selbst, sondern auch, dass es gewisse Parallelen gibt zwischen dem, wie der Roman vorangeht und auch dort, wo es stockt und schwierig wird. Bezogen auf die Auf und Ab’s in meinem Leben.</p> <p>Ich lernte viel über mich selbst, was besser funktionierte und was nicht.</p> <p>Zum Beispiel die erste Version meines Romanes machte mir anfangs etwas Sorge. Naja ob ich genug Erfahrungen gemacht hatte, um meine Geschichte glaubwürdig klingen zu lassen, ob die Wahl der Sprache die richtige ist und natürlich auch spezifische Sachen wie Dialoge, dass nicht alles einfach nur gleich klang. Ich wusste, dass die ersten Kapitel nicht ganz optimal waren, aber schlussendlich schaffte ich es, alle Kapitel mehr oder weniger auf einen Level zu bringen. Das besondere: ich war sogar ganz zufrieden.</p> <p>Nach einiger Zeit stellte sich aber heraus, dass ich ein Problem hatte.</p> <p>Die Geschichte fesselte mich nicht. Überhaupt nicht. Möglicherweise lag es daran, dass ich die Handlungen nun mal in und auswendig kannte.</p> <p>Oder vielleicht fehlte auch nur etwas? Dieses „etwas“ herauszufinden, war schwieriger als ich dachte und bereitete mir ziemliches Kopfzerbrechen.</p> <p>Zuerst fing ich an, gewisse Kapitel hinzuzufügen oder wegzunehmen und versuchte, es somit besser klingen zu lassen. Aber es änderte sich nicht wirklich etwas. Also ging ich es wieder und wieder durch.</p> <p>Auf einmal machte alles einen Sinn. Aber natürlich … die Reaktion und Aktion der Charaktere fehlte schlichtweg. Ihre emotionale Entwicklung. Ich erkannte darin vertraute Muster, gewisse Parallelen zu meinem eigenen Leben.</p> <p>Ich bin gut im Analysieren, gut darin, strukturierte Entscheidungen zu treffen. Ich glaube, dass ich das in meinem Leben zu oft benutze und einsetze, weil ich es nun mal gut kann und es mir Sicherheit gibt. Ich erkannte, dass ich ehrlich sein musste mit meinen Gefühlen. Also beschloss ich, große Teile neu zu schreiben, zeigte dem Leser mehr von der emotionalen Entwicklung der Charaktere und es wurde viel … offener.</p> <p>Ich kenne die Charaktere ja gut, ich weiß wie sie fühlen. Aber ich habe es einfach nicht beschrieben. Jetzt, wo ich einiges geändert habe, macht die Geschichte plötzlich viel mehr Sinn. Natürlich war und ist es immer noch viel Arbeit. Aber das ist es mir wert.

VERONIKA

Wir alle haben das Bedürfnis, das Loch in unseren Herzen zu füllen. Da ist kein Job, kein idealer Platz oder materielle Sicherheit, die uns wirklich erfüllen kann.</p> <p>Die gesamten letzten sieben Jahre, seit ich von der Ukraine weggezogen bin, hab ich in vier verschiedenen Ländern gewohnt. Dabei schwebte mir immer dieselbe Frage im Kopf herum:</p> <p>Wie kann ich von diesen Land und dessen Leuten am besten profitieren.. Was ist der wirkliche Grund, der mich zum Bleiben bewegt?</p> <p>Seit ich realisierte, dass dieser Weg das Leben zu sehen, mich nicht glücklich macht, versuche ich es mit einer anderen Frage:</p> <p>Was kann ich geben, was soll ich teilen, was soll ich aufgeben?</p> <p>Es gibt Momente im Leben, die einfach sehr schwierig sind.. mitten im Getümmel der Schwierigkeiten, tauchte auf einmal eine neue Frage auf. Warum? Für was? Macht das alles Sinn?</p> <p>Das ist eine Zeit, in der mein Verstand mit meinen Herzen kämpfte. Und so beschloss ich zu bleiben, wenn ich es für richtig hielt. Wenn mir mein Herz es sagen würde. Und ja.. in Zeiten, wenn der Schmerz dein Herz weicher macht, wenn du so verwundbarer wirst, wenn du nicht mehr versuchst überall im Recht zu sein, wenn du dein Ego endlich zum Schweigen bringst, wenn jede Person als etwas einzigartiges und besonderes empfunden wird – dann ist die Antwort ja. Ja für den Moment. Ja, dies ist der richtige Platz. Das innere Lächeln kehrt wieder zurück und plötzlich kennst du ihn. Den Grund warum du weitermachen sollst.

Boe ist ein schwedischer Journalist.

BOE

Ich bin mittlerweile 58 Jahre alt. So mein Motto ist, tu es jetzt oder es ist zu spät.</p> <p>Manchmal braucht man einfach eine Abwechslung von seinem normalen Alltagsleben. Ich arbeitete mehr als 30 Jahre als ein Journalist für eine Zeitung in Schweden. Die Branche hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Heutzutage kann jeder, alles auf irgendwelchen Plattformen publizieren. Das war in unserer Zeit ganz anders. Aber die Dinge verändern sich stetig und das ist ja auch wiederum gut so.</p> <p>Ich liebe es zu reisen. Habe es in deinem Alter auch schon sehr häufig getan. Ich war in Afrika, Asien und Südamerika viel unterwegs.</p> <p>Ja, nun sind meine beiden Kinder ausgezogen, meine Tochter lebt in Italien, mein Sohn in Indonesien. Ich bin geschieden, also ist die Verantwortung die mich die letzten Jahre in Schweden gehalten hat, nicht verschwunden aber auf jeden Fall geschrumpft. Ich hab mein Apartment vermietet und beschlossen, der grauen und kalten Winterzeit in Schweden zu entfliehen und nach Spanien zu kommen. Andere Plätze sind immer eine große Inspiration, vor allem was das Schreiben angeht. All die Dinge, die ich sehen wollte, versuche ich mir jetzt zu erfüllen. Ich will vermeiden sie aufzuschieben, denn ab vierzig rast die Zeit nur so an dir vorbei.</p> <p>Als Beispiel stell ich mir einen geraden Strich mit einer Ecke vor. Du musst zumindest einmal bis zu dieser Ecke gegangen sein, und einen Blick über sie riskiert haben. Dann werden die Dinge sich anfangen zu verändern. Viele Menschen jedoch, bleiben ihr ganzes Leben vor dieser Ecke sitzen. Haben die Hoffnung, dass sich von alleine was verändern wird. Reden nur davon was sie irgendwann einmal tun wollen. Genau, das will ich vermeiden. Ich will nicht am Ende meines Leben zurückschauen, und mit einem traurigen Gesicht sagen; hätte ich es doch wenigstens versucht.</p> <p>

Jacqueline macht mit 16 ein kleines Genderexperiment.

JACQUELINE

Als ich 16 war, hab ich meine Haare komplett abrasiert. Die Entscheidung fiel relativ schnell und ich hab mir nicht wirklich viel dabei gedacht. Es passierte nach einen kleinen Streit mit meinen Eltern. Ursprünglich wollte ich einen Freund in New York besuchen aber meine Eltern waren mit dieser Idee nicht einverstanden. Der Grund dafür ist, dass ich als junge Frau automatisch immer in einer schwächeren Position bin, wenn ich alleine reise. Es frustrierte mich ziemlich, dass mein Bruder soviel mehr Freiheiten als ich besaß und das nur aufgrund seines Geschlechtes. Ich wunderte mich, dass das Geschlecht soviel greifbare Konflikte mit sich bringt, obwohl es nur eine soziale Konstruktion ist. Also fragte ich mich, was wohl passieren würde, wenn ich eine der größten Geschlechtsmerkmale verschwinden lassen würde – die Haare.</p> <p>Jahrelang gaben mir meine Haare als einziges, wirklich das Gefühl, schön zu sein. Was zur Hölle, dachte ich – es wurde also dringend Zeit für ein kleines Geschlecht-Experiment, das genauso auch der Rolle als Selbstschätzung-Experiment diente.</p> <p>Nach den Streit mit meinen Eltern ging ich nach oben in mein Zimmer und als ich wieder zurück kam, hatte ich keine Haare mehr.</p> <p>Die darauffolgenden Monate waren unglaublich, obwohl ich auch durch ein paar schwierige Situationen musste, als mein Haar wieder zu wachsen begann.</p> <p>Zu einen gewissen Zeitpunkt sah ich sogar wirklich wie Kim Jong Un aus. Aber zusammengefasst, ich fühlte mich mehr ich selbst, als jemals zuvor. Ich fühlte mich stark und schön.</p> <p>Es ist drei Jahre her seitdem ich sie komplett abrasiert habe und jetzt erkunde ich das Leben wieder neu, mit langen Haaren und der Erfahrung, dass ich wieder sichtbar weiblicher bin.</p> <p>Eine interessante Reise, die ich auf jeden Fall nicht bereue.

Pepe aus Spanien

PEPE

Ich lebe alleine, auf 1200 Meter Meereshöhe oben in den Bergen, in einem kleinen Haus in der Nähe von Lobras. Ziemlich abgeschottet von der Gesellschaft, aber ich mag das, vor allem auch weil es hier kalt ist. Und wirklich alleine bin ich ja nicht.</p> <p>Ich hab mit Sicherheit mehr als 30 Katzen und drei Hunde, die bei mir wohnen. Gut, die Katzen sind die meiste Zeit draußen aber sobald sie wissen, dass sie Futter bekommen, ist ordentlich was los bei uns.</p> <p>Insgesamt habe ich elf Kinder mit zwei verschiedenen Frauen. Ich war Konstrukteur und habe 30 Jahre mit meiner Frau in Mallorca gewohnt, danach elf Jahre in Granada und ein Jahr in Orgiva. Eine Gemeinde, die fast nur aus Hippies besteht. War eine gute Zeit.</p> <p>Ja, ich habe viel gearbeitet.</p> <p>Trotzdem gibt es noch eine Sache, die mich wirklich beschäftigt.</p> <p>Ich suche eine Frau.</p> <p>Ich suche jemanden mit dem ich alles was ich noch habe und brauche im Leben, teilen kann. Jemanden der da ist, der mich liebt und den ich lieben kann, eine Lebenspartnerin. Oh, und ich glaube fest daran, dass diese Person noch kommen wird.</p> <p>Mittlerweile bin ich 71 Jahre alt und kann mich voll und ganz darauf fokussieren, wonach ich mein ganzes Leben lange gesucht habe.</p> <p>

JESSIE

aölsdkfj asöldkfj asldkfj aölsdkfj öalsdkfja ölsdkfj aölsdkfj aölsdkfj öalsdkfja ösdlkfjaölsdkfj aölsdkfja ösdlkfj aölsdkjfdklsjf öalsdkfjaöldskfj aölsdkfja ölsdfjölasdkf

Ich bin mit 15 Jahren von Zuhause abgehauen. Grund dafür war, dass ich massive Probleme mit meiner eigenen Familie hatte. Danach kam ich in eine Pflegefamilie, was es nicht besser machte. Schlussendlich war ich in einer geschlossenen Wohngruppe. Das war der endgültige Auslöser. Ich wollte nicht länger in Deutschland bleiben. Normalerweise hätte ich 1 1/2 Jahre in der Wohngruppe, die übrigens in München war, bleiben müssen. Ausgang alleine bekommt man erst nach 3 Monaten. Nach einem Monat nur mit Betreuer, und ja ich musste den Müll rausbringen. Da bin ich dann abgehauen. Das erste Mal ist schief gegangen. Ich war gerade mal zwei Städte weiter, als mich die Polizei erwischt hat. Also saß ich wieder in der Wohngruppe fest.</p> <p>Beim zweiten Mal klappte die Flucht nach Spanien. Das war im Sommer 2016.</p> <p>Zusammen mit meinem damaligen Freund und seinem Kumpel, bin ich mit dem Bus nach Granada gefahren. Da ist dann was schief gegangen und wir haben uns getrennt.</p> <p>Zu der Zeit bin ich auf Beneficio gestoßen, wo ich für eine gewisse Zeit dabei war. Beneficio ist eine große Hippiegruppe hier. Wobei der Begriff „Hippie“ hier eine ganz andere Bedeutung hat, als in Deutschland. In Spanien ist es eher ein Begriff für ein Drogenloch voller Assi’s.</p> <p>Dort hab ich Erik meinen jetzigen Freund kennengelernt. Wir hatten auf die Gruppe beide keinen Bock mehr und wollten gemeinsam nach Portugal weiter. Jedoch sind wir dann hier in Nerja hängen geblieben. Und ja dann kamen auch schon die Hunde dazu. Ich hatte damals einen Hund, er hatte zwei. Dann wurden es immer mehr. Insgesamt haben wir jetzt sechs. Anfangs wohnten wir am Strand in ner Höhle aber haben dann bald mal Stress mit der Polizei bekommen. Einer hat meiner Hündin einfach mit dem Stock ins Gesicht geschlagen. Außerdem war’s dort ziemlich eklig, weil die Touristen da immer hingekackt haben. Ja, dann hat uns ein Kumpel seine Höhle gegeben, den du übrigens gerade dort drüben gesehen hast. In der wohnen wir jetzt schon seit zwei Monaten.</p> <p>In der Zwischenzeit war ich auch wieder in Deutschland. Allerdings nicht freiwillig.</p> <p>Die Polizei hat mich hier geschnappt und ich bin in eine geschlossene Wohngruppe in Granada gekommen. Meine Mutter, also meine leibliche, ist dann hergeflogen und hat mich abgeholt. Gemeinsam sind wir wieder zurück nach München geflogen. Ich hab meinen Freund und die Hunde so vermisst. Es hat also nicht lange gedauert und ich bin wieder zurück nach Spanien.</p> <p>Mit meiner Mutter hab ich seitdem regelmäßig Kontakt über WhatsApp. Mittlerweile findest sie es okay, dass ich hier bin.</p> <p>Wir setzten uns für die Straßenhunde ein, reden mit dem Tierschutzverein und sammeln Spenden, um sie kastrieren oder sterilisieren zu können. Einige haben wir schon an Familien abgegeben. Menschen hier in Spanien kümmern sich einen Dreck um die Tiere. Das betrifft nicht nur Hunde.</p> <p>Mein Freund und ich bleiben bis Ende Dezember hier, denke ich. Danach wollen wir weiter nach Portugal.

ZORA

Es werden immer und überall Erwartungen an uns gestellt, in der Schule, in der Uni, im Beruf, aber auch in unserer Freizeit, in Freundschaften, Beziehungen, ja in jedem Bereich unseres Lebens.</p> <p>Und wir wollen diesen Erwartungen gerecht werden, nein müssen es.</p> <p>Als soziale Wesen sind wir ständig abhängig von der Bewertung unserer Selbst durch Andere, wir</p> <p>brauchen den Zuspruch. Die Gewissheit, dass das, was wir machen, gut ist.</p> <p>Wir sind Alle auf unsere eigene Art sehr intelligente, kreative, begeisterungsfähige und in jedem Fall liebenswerte Menschen. Und doch leben wir in einem System, in einer Umgebung, die manche Menschen</p> <p>ständig hochpusht, und andere Menschen niederdrückt.</p> <p>Das fängt bereits in der Kindheit an, häufig werden die Kinder, die etwas „besonders gut“ können,</p> <p>besonders bestätigt, unterstützt und gefördert. Und andere Kinder bekommen diese besonderen</p> <p>Zuwendungen und Zusprüche eben nicht oder weniger.</p> <p>Und das prägt uns! Gerade wenn wir jung sind, und noch kein gefestigtes „Ich-Gefühl“ haben, sehen wir</p> <p>uns so, wie wir meinen, dass uns die Menschen um uns herum sehen.</p> <p>Besonders deutlich wird es wieder in der Schulzeit: Manche Schüler_innnen profitieren, sie haben vielleicht mal etwas sehr gut gemacht und werden dafür bestätigt, sie gewinnen ein „schulisches Selbstvertrauen“.</p> <p>Andere hatten es entweder am Anfang etwas schwerer oder Pech mit einem Lehrer und sie entwickeln vielleicht nie dieses Selbstvertrauen, auch schwierigere Themen bewältigen zu können, in Arbeiten das erarbeitete Wissen kreativ anzuwenden oder auch mal auf das eigene Wissen zu vertrauen und selbstbewusst über Themen zu diskutieren.</p> <p>Sie fallen in einen Teufelskreis. Wenn jemand ständig schlechte Noten schreibt, weil ihm eben jenes Selbstvertrauen fehlt oder wenn er eben nie das Gefühl hat, mitdiskutieren zu können, wie soll er dann dieses Vertrauen in sich selbst entwickeln können?</p> <p>Das Prinzip zieht sich durch unser ganzes Leben.</p> <p>Genau das gleiche wird mir hier in Nerja wieder klar:</p> <p>Ich habe so viele besondere Menschen getroffen und wir alle sind auf eine gewisse Art und Weise auf der Flucht. Wir wollen den allgegenwärtigen Erwartungen, dem Leistungsdruck, den vermeintlichen Verpflichtungen, dem Alltag entfliehen. Wir können gemeinsam lachen und über die Welt philosophieren, die uns zu dem gemacht hat, wer wir sind.</p> <p>Ein paar von uns hatten nie scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten, haben eine unterstützende Familie, einen Schulabschluss, vielleicht sogar studiert und sind jetzt teilweise mit 32 Jahren erstmals aktiv auf der Suche nach sich selbst und ihrem eigenen Weg.</p> <p>Dabei wird uns doch immer vermittelt, dass nach der Schule und maximal einem zusätzlichen Jahr die Selbstfindung erfolgreich abgeschlossen sein sollte.</p> <p>Und manche von uns hatten solche Schwierigkeiten mit der Familie, Freunden, der Schule oder mit Anderem, dass sie alldem durch Drogen oder durchs Weglaufen entfliehen konnten.</p> <p>Wir sind Alle einen Weg gegangen, wurden an unterschiedlichen Punkten unseres Lebens bestärkt oder entmutigt und geben Alle unser Bestes um glücklich zu werden und die glücklich zu machen, die uns wichtig sind.</p> <p>Und doch werden manche von uns, die hier in Höhlen leben und sich für Straßenhunde engagieren, auf der Straße verächtlich angeschaut, angespuckt und beschimpft. Werden von der Polizei bedroht, die hier</p> <p>in Spanien teilweise sehr gewaltbereit sein kann. An wen sollen sich die teilweise noch minderjährigen Jugendlichen wenden, wenn sie oder ihre Hunde von der Polizei geschlagen werden?</p> <p>Und andere von uns, die unterstützt werden und sich Hostels oder Hotels leisten können, werden auf der Straße freundlich angelächelt, bestärkt und unterstützt, gehen den einfachen Weg, grüßen und lächeln auch genau die Leute an, die Andere so leichtfertig verachten, anstatt auch ihnen mal zuzuhören. Ich wünsche mir, dass diese Muster hinterfragt werden, dass wir hinter die einfachen Fassaden schauen,</p> <p>die nur zu leicht akzeptiert oder verurteilt werden können, dass wir uns häufiger zu jemandem auf die Straße setzen und diesem Menschen Akzeptanz und Respekt entgegenbringen. Dass wir uns für mehr interessieren als nur für den Status und merken wie sehr man doch miteinander verbunden ist, sobald man oberflächliche Umstände einfach mal fallen lässt.</p> <p>Wir sind alle einen mehr oder weniger schwierigen Weg gegangen, der uns dorthin gebracht hat, wo wir heute sind.</p> <p>Genauso wünsche ich mir, dass wir aufhören, uns auf das, was wir geschafft haben, was einzubilden.</p> <p>Dass wir damit aufhören, uns überlegen zu fühlen oder spöttisch über andere zu reden.</p> <p>Und dass wir Anderen die Wertschätzung und Unterstützung entgegenbringen, die auch wir selbst gerne erfahren hätten.</p> <p>Denn keiner von uns ist den ganzen Weg alleine gegangen, wir Alle haben an der einen oder anderen Stelle Liebe und Bestärkung erfahren können. Bestärkung, die anderen Menschen vielleicht im richtigen Moment verwehrt blieb.