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Studium in Holland. Yoga Teacher Training in Indien. Fotographie in Marokko. Was ist passiert?

Ein wirklich besonderes Jahr

 

 

 

Ehrlich gesagt, hätte ich mir vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, was dieses Jahr alles mit sich bringt. Ich habe soviel erlebt und gelernt wie in den letzten 5 Jahren zusammen. Und nein, ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass dieses Jahr mit Abstand das Beste in meinem Leben war. Das liegt zum einen daran, dass ich mit der Schule fertig bin und endlich meine Zeit frei nach Lust und Laune gestalten konnte. Der Gedanke mir ein One-Way Ticket zu buchen war überaus verlockend, sodass ich das Ende Oktober gemacht habe. Anfang November flog ich nach Malaga. Ich wollte raus und endlich dieses Gefühl von unabhängiger Freiheit erneut spüren. Das fällt mir immer am leichtesten wenn ich allein –  auf mich selbst gestellt im Ausland bin. Ein Rucksack mit meinem MacBook und meiner Kamera. Bisschen Gewand, Geld, Handy, Pass – fertig. 

 

Der Anfang in Südspanien

Ich arbeitete auf einer Organic Farm in den Bergen für zwei Wochen und für einen Monat in einem Hostel in der sonnigen Stadt Nerja. Beide Arbeiten konnten von der Location und Arbeitsstil nicht unterschiedlicher sein. Während ich auf der Farm Holz schlug, Mandeln erntete und mit zwei taiwanischen Mädchen ein Apartment teilte, war meine Hostel Erfahrung eine etwas andere. Ich war für den sogenannten Laundry Service verantwortlich und lernte jeden Tag neue Leute kennen. Teilte mein kleines Zimmer mit einem Finnen, der mir bei meinem Projekt „Walks of Humans“ geholfen hat.

 

 

Der Traum vom eigenen Projekt

Dies ist übrigens auf der Farm entstanden. Und zwar Innerhalb von fünf Tagen, da mich dieser Ort so inspirierte, endlich meine Kamera vollständig zu nutzen. Ich bat Jessi und Rosanne – meine Taiwanesischen Mitbewohnerinnen – regelmäßig um ihre Meinung und realisierte meine spontane Idee. Ich wollte meine Mitmenschen fotografieren und die Bilder kombiniert mit einer kurzen Geschichte über ihre Gefühlswelt oder Lebenseinstellung veröffentlichen. Woher dieser Drang für das Projekt kam, kann ich nicht sagen. Jedoch spürte ich, dass ich es brauchte. Sehr sogar.

Spanien war eine tolle, sehr aufregende Zeit, mit vielen neuen Gesichtern. Einige gute Freundschaften blieben darin hängen.  Das Projekt hat mir persönlich eine enorme Einssicht in die Welt anderer Menschen gezeigt. Insgesamt sind es mittlerweile über 35 Leute aus bis zu 20 verschiedenen Nationen. Mein Horizont hatte sich in der Zeit extrem erweitert. Ich war so berührt, glücklich und einfach nur dankbar für das Vertrauen, was mir manche Menschen geschenkt haben. Persönliche Geschichten sind eng mit Emotionen verbunden und neben den fröhlichen Momenten gibt es genauso auch die Traurigen. Über die es uns schwer fehlt zu sprechen. Manche Leute haben das getan, und ich habe großen Respekt und Bewunderung für diese aufrichtige Ehrlichkeit. 

 

 

Die Idee von Afrika

Nachdem ich knapp zwei Monate in Spanien war, fand ich spontan einen Job in Marokko. Als sogenannte „Community und Association Managerin“ für Om Yoga Casablanca, einer ziemlich großen Yogaschule. Zwei Tage nach Weihnachten fuhr ich mit der Fähre von der Küste Spaniens nach Nador. Von dort aus nahm ich den Zug nach Fes. Ich wohnte drei Nächte in einem kleinen aber sehr überfüllten Hostel und fand ein paar gute Freunde. Fes bleibt mir in bunter, sehr lebhafter Erinnerung. Es war laut und vibrierend, die Märkte hatten eine  berauschende Wirkung, sodass man sich beim Durchwandern fast wie in Trance fühlt. Fes bietet eine gewaltige Anzahl an schmalen Gassen. Zu beiden Seiten sitzen die Händler auf dem Boden, versteckt hinter einer gewaltigen Auswahl an bunten Schmuck, kitschigen Souvenirs, aller Arten von Gürteln, Taschen und bunten Roben.  

 

 

Yoga in Casablanca

Casablanca erreichte ich genau an Silvester. Ich feierte mit ein dutzend internationalen Yogis zu lauter Musik, probierte typisch marokkanisches Essen und wurde einen Haufen von Leuten vorgestellt. Ich war mir nicht sicher, aber in diesem Moment glaubte ich mein Leben nur noch in einzelnen Bildfetzen zu sehen. Alles kam Schlag auf Schlag. Ehe ich Zeit hatte über all das, was passierte nachzudenken, saß ich im Büro des Yoga Studios und wurde mit meiner neuen Arbeit vertraut gemacht. Ich filmte, fotografierte und bearbeitete viele Bilder für die Website „bookinyoga.net“ die meine Chefin seit zwei Jahren auf die Beine gestellt hatte. Ich mochte meine Arbeitskollegen sehr. Zwei sympathische Marokkaner Ende 20, sowie zwei Mädchen aus den USA und Jessica aus Kanada. Wir unternahmen viel gemeinsam am Wochende, kochten zusammen und gingen aus. Mein Projekt vernachlässigte ich in der Zeit ein bisschen, da mir schlicht die Zeit fehlte. Gegen Ende Jänner kam meine Mama kam mich besuchen und wir fuhren gemeinsam nach Marrakesh. Ich und Jessica wurden sehr gute Freundinnen. Unerwartete Dinge passierten wie das manche meiner Bilder in der marokkanischen Zeitung h24.ma veröffentlicht wurden. Ich fotografierte auf Events und wurde zu größeren Veranstaltungen von Om Yoga eingeladen. Yoga selbst machte ich jeden Tag, da ich die Stunden gratis besuchte. Ich lernte unglaublich viel darüber und begann langsam zu verstehen, wenn Menschen hier von einem Lebensstil sprechen und nicht einem Hobby oder einer Sportart. Ich mochte es. So sehr dass ich selbst mit dem Gedanken zu spielen begann, ein Yoga Teacher Training zu machen. 

 

Warum eigentlich Holland?

Ende Februar flog ich nach Deutschland, war ein paar Tage in Berlin und kam schließlich wieder nach Hause. Es war ungewohnt, etwas komisch und ich fühlte eine ziemliche Dankbarkeit wieder das europäische Leben genießen zu dürfen. Allerdings stellte sich mir bald die Frage was ich mit meiner restlichen Zeit anstellen will. Ich traf ein paar Freunde, unter anderem auch ein Mädchen das mit mir einmal in der Volksschule war. Sie erzählte mir, dass sie im Herbst gerne in Holland studieren will. Ich war neugierig. Ich konnte mich zu der Zeit für kein Studium in Österreich mit Herz und Seele begeistern und begann noch am selben Tag zu recherchieren. 

Eine Woche später hatte ich mich für Creative Business, ein vierjähriges ziemlich neu gestaltetes Studium in Utrecht immatrikuliert. Ich war aufgeregt und fuhr die Woche darauf zum ersten Mal nach Holland um mir von dem ganzen selbst ein Bild zu machen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir ein paar Jobs organisiert und buchte mir Mitte April ein Yoga Teacher Training in Rishikesh, Indien. 

Am 14. Mai ging es los.  In der Woche bevor ich wegflog bekam ich von der Universität grünes Licht. Ich wurde für mein Wunschstudium erfolgreich immatrikuliert. Bereits seit Wochen fieberte ich auf die erlösende E-Mail hin und war überaus glücksselig, dass sich die Dinge genau nach meinem Plan entwickelten.  

 

Eine neue Welt

Ein paar später fand ich mich in Delhi am Flughafen wieder. Ich schwitze unglaublich und war maßlos überfordert mit den niederdrückenden schwülen Klima, den unglaublich vielen Leuten und vor allem diesen heillosen Durcheinander auf der Straße. Delhi ist laut, schmutzig und überfordernd. Ich hatte ein Taxi gebucht, das mich sechs Stunden lang nach Rishikesh kutschieren sollte. Die Fahrt hatte ich mir friedlicher vorgestellt. In erster Linie um meinen fehlenden Schlaf nachzuholen, doch ich bekam auf der Straße kein Auge zu. Tausende Autos, Mopeds und witzig aussenden Kleinwagen hupten pausenlos, übermüdete Fahrer lehnten sich aus den Fenster und beschimpften sich gegenseitig. Menschen starrten mich durch die Scheiben an. Ich fühlte mich ziemlich unwohl. Zum ersten Mal seit ich alleine auf Reisen bin, hatte ich wirklich etwas Angst. Irgendwann bin ich doch eingeschlafen und wachte um sechs Uhr in der Früh auf. Das Taxi hatte auf einer kleinen Dorfstraße angehalten.

 

 Rishikesh – Yoga Capital of the World 

Die kommenden vier Wochen offenbarten mir eine komplett neue Welt. Ich hatte einen strengen Stundenplan der uns um halb sechs täglich aus dem Bett warf und bis sieben am Abend beschäftigt hielt. Ich hatte vier verschiedenen Lehrer und lernte über Pranayama – die Kunst des Atmens, Meditation, Asana, Yoga Philosphie und Anatomie. Das Essen war vegetarisch/ vegan und ich brauchte ein paar Tage um mich daran zu gewöhnen. Mein Körper war mit der extreme Hitze, dem Essen und vor allem den Hygiene Zustände in Indien maßlos überfordert. Jede dieser vier Wochen war emotional und körperlich eine Herausforderung. Auch wenn das Training körperlich nicht so anstrengend war, wie ich es mir vorgestellt hatte wurde ich insgesamt zwei mal krank. Mit den Leuten aus meinen Kurs verstand ich mich überaus gut. Durch diese überaus knappe aber intensive Zeit wurden wir stark zusammengeschweißt. Manche Beziehungen waren inniger, manche weniger. Jede einzelne basierte auf Respekt und Verständnis. Kurz vor dem Ende des Trainings bekam einen emotionalen Zusammenbruch und setzte für einen halben Tag aus. Ich habe zum ersten Mal richtig lange geweint und spürte wie unglaublich sensible ich geworden. Körperlich. Psychisch. Seelisch. 

 

 

 

Alles auf Anfang

Mitte Juni kam ich wieder zurück nach Österreich und kümmerte mich um ein Zimmer in Utrecht. Das war schwieriger als gedacht, da die Niederlande klein sind und es einfach einen zu großen internationalen Andrang an Studenten gibt. 

Mittlerweile sitze ich hier, tippe diese Zeilen. Mir ist bewusst, dass ich in drei Wochen ausziehen werde. Ich werde auf einer internationalen Uni in Holland studieren!  Was soll ich sagen, natürlich bin ich etwas aufgeregt. Ein Kapitel schließt sich und ein neues beginnt. Das ist aufregend. Dafür bin ich dankbar.

Wenn ich 2018 eines gelernt habe – dann das man im Leben absolut alles verändern kann. Man muss sich nur trauen.

 

 

 

Fotoprojekte bei denen ich mitwirkte / von mir sind

Unsuspected – eine Band in Granada

Bericht der Kleinen Zeitung über mein Projekt

Zeitungsbericht von Om Yoga Casablanca

Social Tango Club in Nerja / Spain

Tango in Spanien. Tango Argentino. Spanien Tourismus. Nerja. Südspanien. Tanzen. Dance

Comments

  • reply
    Sebastian Lehner

    Hallo Lisa nice was du hier aufgestellt hast!

    2. August 2018
  • reply
    Emily

    Voll interessant! Hör bloß nicht auf damit!:)

    9. September 2018

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