Helena ist ein Mädchen. Künstliche Intelligenz. Studium. Holland. Reisen. Blond.

HELENA

Ich will künstliche Intelligenz studieren. </p> <p>Das hat sich ganz lustig entwickelt, denn vom Interesse und der Thematik her, wollte ich in der Schulzeit immer Politik studieren. Allerdings wurde mir nach einiger Zeit bewusst, dass Politikwissenschaft ein sehr literarisches Fach ist und ich nunmal keine Leidenschaft dafür besitze, literarische Texte zu lesen um diese dann zu analysieren. Ich kann besser mit Fakten und Nummern umgehen, als selbst zu schreiben. </p> <p>Im Maturajahr begann ich extrem viel für Mathematik zu lernen und hatte ziemlich viel Stoff der letzten Jahre nachzuholen. Ich ging Nachhilfe und habe mich zu Hause stundenlang hingesetzt und Beispiele durchgerechnet. Plötzlich kam der Moment, an dem ich anfing, mathematische Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. In dem anfangs noch wirren Zahlenmengen, bildeten sich mit der Zeit vertraute Muster und ja.. es entpuppte sich immer mehr als eine wunderschöne Ordnung. </p> <p>Es machte mir immer mehr Spaß zu rechnen und Aufgaben zu lösen. Meine Leidenschaft für die Mathematik wuchs in dieser Zeit enorm und ich rechnete weit mehr als für die Schule notwendig war. </p> <p>Ich machte mir also ernsthaft Gedanken darüber, einfach Etwas mathematisches zu studieren. Ein Studium, bei dem man viel logisch denken muss und ich mich nicht mit irgendwelchen Texten befassen muss. Also ging ich nach dem Ausschlussverfahren alle Studiengänge in Österreich durch und merkte, dass als einzige Möglichkeit Informatik in Frage kam. Na gut, dachte ich mir – dann muss ich meine Auswahl wohl auf den englischsprachigen Raum erweitern. Durch Zufall stolperte ich über den Studiengang „artificial intelligence“. Der erste Gedanke der mir kam, war einfach nur „Wow.“ </p> <p>Die Einstellungsquote und das Einstiegsgehalt sind natürlich auch eine extra Motivation. </p> <p>Mittlerweile bin ich mir ziemlich sicher, im Herbst in Holland mit dem Studium anzufangen. </p> <p>Künstliche Intelligenz interessiert mich daher, da es ein sehr neues und modernes Fach ist, das in unserer heutigen Gesellschaft kaum mehr weg zudenken ist. Es kann so viele Möglichkeiten in der Zukunft noch aufbringen, um Vorgänge effizienter und schneller zu gestalten. Es erbringt zum Beispiel extreme medizinische Fortschritte durch die Weiterentwicklung medizinischer Geräte. </p> <p>Noch dazu, kombiniert künstliche Intelligenz verschiedene Disziplinen wie: Informatik, Logik, Philosophie, menschliches Denken sowie auch künstliches Denken. Was mich fasziniert, ist, dass das menschliche Gehirn und soziale Verhaltensweisen untersucht werden, um diese auf einen Roboter zu projezieren. </p> <p>Es wird eine Herausforderung werden, soviel bin ich mir sicher.

YASIN

ngefangen hat meine Geschichte vor 20 Jahren, als mein Vater nach Österreich kam, weil er Arbeit suchte. Er hat hier meine Mutter geheiratet. Wir sind islamisch aufgewachsen.</p> <p>In der Volksschule war ich ein eher schlechter Schüler. Es fiel mir so schwer einfach still zu sitzen und nur zuzuhören. Ich wollte viel lieber dauern aufspringen, andere Dinge machen, hinausgehen um einfach nur.. zum Beispiel eine Pflanze anzuschauen. Ich war also damals nicht wirklich normal, aber irgendwie doch normal im Vergleich zu jetzt. Dann kam ich in die Hauptschule und damit eröffnet sich auch gleichzeitig die Mobbing Saison – wenn du nun mal nicht so wie die anderen bist. Ich begann die Dinge zu hinterfragen; wieso ich? Wieso sind die anderen nicht wie ich ? warum kann ich nicht einfach so sein wie sie? Was ist los?</p> <p>In der vierten Klasse in der Hauptschule, glaube ich meine Mitschüler besser verstanden zu haben. Sie sind alle nur fake. Ich realisierte also, dass ich mit jedem Menschen so reden musste, wie derjenige auch mit anderen Menschen redete bzw. umging. Ab dann hat mich jeder in der Klasse gemocht. Absolut jeder. Und das, obwohl ich die letzten drei Jahre ein Mobbing Opfer war – in Form von Gewalt, sprich also Schlägereien und so was.</p> <p>Nach der Hauptschule wechselte ich ins Gymnasium. Da kam schließlich die Kunst dazu. Kunst war ein wahrlich großer Schritt für mich. Daheim hatten wir auch nie Kunst oder Musik oder so etwas. Das obwohl meine Mutter Schauspielerin war, aber davon wurde nie was erwähnt. Sie war Medienwissenschaftlerin und hat in großen Theaterstücken mitgespielt. Aber ja, vor 20 Jahren hatte sie mit dem Kopftuch hier keine Chance, einen Job zu bekommen.</p> <p>Im Gymnasium hab ich neue Leute kennengelernt, viel Musik gespielt, Schauspiel angefangen. In der Kunstszene kommt dann diese leichte Philosophie dazu, und dann hat das alles erst richtig angefangen. Ich hab begonnen mehr zu philosophieren und alles ein bisschen lockerer zu nehmen. Noch dazu, fing ich an mehr über die Religion nachzudenken. Vor allem auch über den Islam. Ich hasste ihn nicht. Nur war ich es gewöhnt, ihn jeden Tag so intensiv reingedrückt zu bekommen, dass ich in mir anfing einen Widerstand dagegen zu entwickeln. Nicht nur Widerstand gegen ihn – Widerstand gegen alles. Am Anfang war das auch ziemlich anstrengend. Auch gegen simple Sachen, wie zum Beispiel, warum ist 1+1 = 2. Wer sagt das? Wer hat das erfunden, woher kommt das? Ich fragte meinen Lehrer im Gymnasium. Er sagte; wenn du das erklären willst, dann brauchst du im Mathematik Studium zwei fette Tafeln, damit du eine Gleichung ausrechnest, die dir genau zeigt; dass 1+1=2 ist. Es hat einen Sinn. Jedoch lernt dir kein Schulsystem diesen Sinn. Als ich das realisierte, begann ich absolut alles zu hinterfragen.</p> <p>Ich war immer schon in Biologie, Chemie und Physik interessiert und ich wollte später Medizin studieren. Dann geschah es, dass es meiner Mama gesundheitlich immer schlechter gegangen ist. Was passiert? Du gehst also zum Arzt und sagst; ich hab dies und das, und er steckt dich aufgrund dessen in irgendein Schema, behandelt dich nach diesem Schema und geht aber nicht wirklich auf dich ein. Fragt dich ein Arzt; hast du einen guten Schlaf? Kannst du sagen, nein ich kann nicht einschlafen – dann geben dir Ärzte was zum Einschlafen. Wenn du sagst, nein ich kann nicht durchschlafen, geben sie dir was zum Durchschlafen. Aber sie fragen zum Beispiel nicht, wann du aufwachst, und das ist nämlich wichtig, wann du aufwachst. Weil es einen verdammten Grund gibt, warum du genau dann aufwachst. Das zum Beispiel juckt niemanden. Ärzte gehen viel zu wenig auf ihre Patienten ein. Ja, dann habe ich mir gedacht, sieben Jahre meines Lebens für ein Medizinstudium zu verschwenden, damit ich dann am Ende so bin? Vergiss es.</p> <p>Als ich nicht mehr Medizin studieren wollte, machte die Schule plötzlich auch keinen Sinn mehr – machte die Matura keinen Sinn mehr. So hat alles auf alles eine Kettenreaktion ausgelöst.</p> <p>Was machst du also statt in die Schule zu gehen? Ich bin herum gestiegen, habe Leute getroffen und mit vielen geredet. Du triffst Obdachlose, du triffst Drogenabhängige, künstlerische Leute, chillige Leute, Menschen mit denen du nie was zu tun haben könntest – du triffst sie alle. Du stehst auf einmal so im Leben. Jeder hat eine andere Sichtweise. Ich habe beschlossen einfach einmal jedem zuzuhören. Ganz egal welche Sichtweise diejenige Person vertritt.</p> <p>Irgendwann bin ich auf die Esoteriker getroffen. Anfangs hielt ich nicht viel von ihnen. Das liegt auch daran, weil ich davor immer mehr auf der wissenschaftlichen Seite stand. Doch aus der Sicht „hör einmal jedem zu“, machten ihre Erzählungen und Lebenssichten, auch aus der Sicht der Naturwissenschaft viel mehr Sinn. Mit der Zeit bin ich immer stärker in diese Welt hineingerutscht, bis ich anfing alles aus beiden Sichten zu sehen.</p> <p>Daraus folgte, dass ich auch den Islam aus beiden Sichtweisen sah. Aus derjenigen Sicht, wie es meine Mama mir erklärte und aus der Sichtweise, wie ich es eigentlich verstehen würde, ohne ihren Einfluss. Ich hab viel über den Islam gelesen.</p> <p>Kritisch stand ich immer demArbeitssystem entgegen. Warum soll ich acht Stunden täglich von meinem Leben an etwas verschwenden, was mich nicht wirklich interessiert, nur um mit dem Papier was ich dafür bekomme, mein Haus abzuzahlen, indem unter Tags eh nicht drin bin, da ich ja arbeiten muss? So etwas war nie logisch für mich. Wenn du die Menschen hier fragst, sagen sie dir: „Ja ist halt so“. Ich denk mir: „Ja WIE ist halt so“? Diese monotone Gleichgültigkeit, macht mich einfach so wütend.</p> <p>Mit der Wut muss man aufpassen. Mit der Wut … können einige Dinge passieren. Wenn man damit Menschen angreift, wenn man ihren Lebensstil kritisiert, dann gehen sie in eine Abwehrstellung. Sie müssen ihr Leben ja verteidigen.. nur was sie müssen sie denn wirklich verteidigen? Nach einiger Zeit kommen sie darauf:</p> <p>. . . eigentlich gar nichts.

DAPHNE

Ich liebe es zu Langobarden. Hab damit relativ spontan angefangen, ohne mir viele Gedanken darüber zu machen. Ja, es hat mir mit der Zeit immer mehr gefallen, was sicher auch darin liegt; dass man mit mehr Übung immer besser und besser wird. Anfangs merkte ich auch nicht, dass skaten eher eine vorwiegend von Männern ausgeführte Sportart ist.. Es wurde mir erst dann wirklich bewusst, als ich es immer regelmäßiger übte und mich dazu mehr im Skaterpark aufhielt. Natürlich gehört da auch die Angst dazu, sich hin und wieder vor dem anderen Geschlecht zu blamieren. Ich bin oft hingefallen aber auch wieder aufgestanden. Wie man’s eben im wahren Leben auch machen muss. Das wichtige dabei, man verliert nichts. Man lernt oder gewinnt dazu. Ganz egal ob Frau oder Mann, der Sinn dahinter liegt darin, gemeinsam Freude an der Bewegung zu teilen. Skateboarden ist für mich noch viel mehr. Ich sehe es fast als eine Meditation, weil ich in diesem Moment alles um mich herum vergessen kann und mich einfach nur auf mich selbst konzentriere.

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NIKITA

Meine Eltern erzählten mir, dass ich schon sehr früh von der Musik begeistert war. Bereits mit vier Jahren habe ich angefangen, die Lieder, die ich im Radio hörte, nachzusingen und liebte es auch zu tanzen. In einem Nachbardorf gründete eine Studentin damals einen Kinderchor und meine Eltern schickten mich hin. Dort hab ich mit dem Singen angefangen und es hat nicht allzu lange gedauert, bis ich bei einem Konzert als Solistin auftreten durfte. Ich war damals erst fünf Jahre alt. Zusätzlich motivierte mich die Studentin auch zum Geigenspielen. Danach brachte sie mir das Flötenspiel bei und all die notwendigen Grundlagen und Basics, die man einfach im Schlaf können muss. Ich fühlte, dass ich damals schon eine innere endgültige Entscheidung für die Musik traf. Eine Entscheidung, die mein ganzes Leben gewaltig beeinflusste. Ich habe meine „Hausaufgaben“ immer brav gemacht und nach einiger Zeit auch angefangen, Klavier zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt meldetet ich mich für die Musikschule in Lind an. Schwerpunkt lag auf Gesang und Klavier und ich übte fleißig weiter. Allerdings musste ich dafür auf viele andere Dinge verzichten, die Kinder in meinem Alter taten. Freunde nach der Schule zu treffen oder generell mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Jahre vergingen und ich merkte, dass sich mein hartes Üben wirklich auszahlte. Ich spielte beim Musical „3 Wünsche frei“ in Lind im Drautal. Danach gewann ich ein Sänger-Casting in Villach und damit eine CD Aufnahme, ein Musikvideo und ein Coaching. In der Hauptschule spielte ich die „Lady Maryann“ im Musical „Robin Hood“. Als ich mit vierzehn Jahren ins Gymnasium kam, gab die Schule ein Austausch Konzert in Zagreb, bei dem ich solistisch beteiligt war. Ich war Mitglied unserer fünfköpfigen Schulband „Harmonix“. Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit und sind durch die Musik stark zusammen gewachsen. Unsere Highlights waren die Teilnahme bei der großen Chance der Chöre, dem A capella Festival in Villach und schlussendlich wurden wir das „Kärntner Jugendensemble des Jahres“. Anschließend bekam ich die Möglichkeit, für einen Abend gemeinsam mit einem Schulkollegen ein eigenes Konzert zu gestalten und selbst zu moderieren. Sehr viele Menschen, die mich in meiner Musikkarriere unterstützten und begleitet haben, sind an diesem Tag erschienen. Das war ein sehr emotionaler und berührender Moment für mich. Zu wissen, diese Menschen sind hier, um mir zuzuhören. Einiger dieser Menschen haben mich, seit ich klein war, bei meiner musikalischen Karriere begleitet. Musiklehrer wurden zu meinen besten Freunden, zu den Menschen, die mich wortlos verstanden. Ohne sie würde ich heute nicht hier stehen. Auch in Zukunft möchte ich dieses Leben weiterführen. Im Winter 2017 sang ich bei dem Musical „Stille Nacht. Heilige Nacht“ mit, mit dem wir ab November 2018 auf Tournee gehen. Darüber bin ich aufgeregt. Natürlich gab es immer und immer wieder Herausforderungen, die mich vor unsichere Situationen stellten und Mut verlangten. Allerdings hat mich das Leben mit viel Liebe und Fröhlichkeit beschenkt, worüber ich nur dankbar sein kann. Auch wenn es nicht immer nur bergauf geht. Selbst wenn mich die letzten Jahre immer wieder vor eine Entscheidung stellten, ganz tief drinnen wusste ich: die Musik ist da. Und das wird sie auch immer bleiben.

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DIEGO

Ich bin 26 Jahre alte und studiere Psychologie. Ein Jahr ist es mittlerweile schon her, seit ich die Entscheidung getroffen habe, von Chile nach Österreich zu ziehen, um mein Studium hier fortzuführen. Ich hatte viele Vorstellungen und freudige Erwartungen von der österreichischen Kultur. Jedoch bereits nach meinem ersten Monat hier in Österreich, sah ich wie groß der kulturelle Unterschied zwischen diesen beiden Ländern tatsächlich war. Ich fühlte mich irgendwie fremd, auf eine merkwürdige Weise traurig und alleine. Mir fehlte die Wärme und die Nähe meiner Freunde und Familie so sehr, mir fehlte die innerliche chilenische Freude. Am Beginn fiel es mir ziemlich schwer, mich an die neuen Gewohnheiten anzupassen, und Deutsch stellte eine große Hürde dar. Ich glaube, die Sprache ist eines der wichtigsten Teile.. Ohne der Sprache verlieren wir unsere Essenz als Person.. ich war nicht fähig Deutsch zu sprechen oder gar zu verstehen und fühlte mich wie ein kleines Kind, mein Bruder und seine Freunde mussten mir bei allem helfen und diese Situation hatte eine große Auswirkung auf mein Selbstwertgefühl und Identität. Nach einigen Monaten jedoch konnte ich jedoch immer besser sprechen und verstehen, es wurde Stück für Stück leichter für mich. Endlich die Sprache zu verstehen und auch besser sprechen zu können fühlt sich an als ob man wieder geboren wird, ich fühlte mich wieder unabhängig und merkte wie meine Identität langsam wieder zurück kehrte. Heute fühle ich mich schon sehr gut eingebunden in den Alltag, habe neue Ziele und Aussichten auf Projekte und meine Arbeit. Es war zweifellos eine harte Zeit aber sie hat mir die einzigartige Möglichkeit gegeben zu so weit über mich selbst hinauszuwachsen.